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21. Juli 2016

viel seltsam Zartes








"Nun aber weißt du, wie sich das vergißt:
denn vor dir steht die volle Rosenschale,
die unvergeßlich ist und angefüllt
mit jenem Äußersten von Sein und Neigen,
Hinhalten, Niemals-Gebenkönnen, Dastehn,
das unser sein mag: Äußerstes auch uns ..."


Lautloses Leben, Aufgehn ohne Ende,
Raum-brauchen ohne Raum von jenem Raum
zu nehmen, den die Dinge rings verringern,
fast nicht Umrissen-sein wie Ausgespartes
und lauter Inneres, viel seltsam Zartes
und Sich-bescheinendes – bis an den Rand:
ist irgend etwas uns bekannt wie dies?"




aus "Die Rosenschale" von Rainer Maria Rilke

20. Juli 2016

Morgen-Sonne









"Da uns die Schönheit einer Welt,
wenn sie die Morgen-Sonne schmücket,
so unvergleichlich wohlgefällt,
und aus uns selber setzt, ja ganz entzücket ..."



Barthold Heinrich Brockes
(1680 - 1747)

13. Juli 2016

sieh, wie sie leuchtet, wie sie üppig steht, die Rose









"Sieh, wie sie leuchtet,
wie sie üppig steht,
die Rose. -
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
nur haftet ihre Pracht –
streift deine Lust sie,
hältst du über Nacht
die welken Blätter in der heißen Hand …"

Thekla Lingen
(1866 - 1931)